Nextcloud zeigt einem in der Verwaltung an ob es Updates gibt. Nur mag ich hier nicht immer nachsehen müssen, zumal ich viele Nextcloud-Instanzen zu verwalten habe. Die Logik dahinter müsste man doch für einen Monitoring-Check verwenden können. Alternativen? Bisher habe ich keine gefunden deren Funktionsweise mich überzeugt oder der über einen längeren Zeitraum problemlos funktioniert hätte. Es muss also eine eigene Lösung her!

Prolog

Ein Nextcloud Update Check fürs Monitoring welcher die gleiche Update-API verwendet wie das Webfrontend von Nextcloud selbst.

Nextcloud auf verfügbare Updates prüfen

Ich würde jetzt einfach mal vermuten, dass jeder der diesen Artikel tatsächlich liest Nextcloud kennt. Oder zumindest ownCloud. Sicherheitshalber nochmal nachschauen? Bitte, das geht hier https://nextcloud.com/ bzw. hier https://owncloud.org/. Da ich selbst inzwischen nur noch wenig mit ownCloud zu tun habe und fast alle Installation mit Nextcloud betreibe beziehe ich mich in diesem Blogbeitrag ausschließlich auf Nextcloud.

Wie in einem anderen Blogbeitrag beschrieben mag ich keine Mails welche mich auf verfügbare Updates hinweisen (Statusmails? Nein Danke!). Das wären schlichtweg zu viele Systeme die sich da innerhalb kürzester Zeit melden würden. Ebenso, auch wenn das für eine Plattform reichen täte, bin ich kein Fan davon in Nextcloud nachzusehen. Wenn es für die erste installierte Plattform Updates gibt, dann auch für alle anderen. Unterm Strich viel zu mühsam. Zumal wir auch Kunden haben die Ihre Cloud-Installation selbst betreuen. Hier könnte der Check als Hinweis für den Kunden dienen. Oder für mich als Serverbetreiber Grund genug sein mal wieder den Telefonhörer in die Hand zu nehmen und den Kunden gefühlvoll mit dem notwendigen Nachdruck davon zu überzeugen doch bitte Updates zu installieren. Sicherheit und so. Klappt richtig gut 😉

status.php Ausgabe von Nextcloud.

Bleibt die Frage wie prüfen. Ein paar Checks habe ich gefunden welche die lokale Version ermitteln in dem Sie die version.php-Datei im Dateisystem direkt auslesen oder einfach https://<deine.nextcloud>/status.php aufrufen. In diesem JSON-String findet sich die Versionsnummer. Eine aufbereitete Fassung der JSON-Daten siehst Du links im Screenshot. So oder so, der Teil mit der lokalen Versionsnummer ist leicht. Bleibt noch die Frage wie man heraus findet ob es überhaupt Updates gibt. Hierfür habe ich einige verschiedene Ansätze gefunden:

  1. 1Einer zum Beispiel war die Releases auf dem Nextcloud-Server auszuwerten https://download.nextcloud.com/server/releases/. Klar, das mag funktionieren. Aber richtig warm werde ich mit dieser Lösung nicht. Also weiter suchen.
  2. 2Sehr interessant fand ich die Variante wie unter https://github.com/janvonde/check_nextcloud beschrieben. Hierfür wird der Nextcloud Security Scan verwendet: https://scan.nextcloud.com/. Neben der Update-Prüfung erhält man hier gleich noch ein Sicherheitsrating oben drauf mit dazu. Super Grundgedanke. Jetzt das aber dabei, dass sich wie folgt auf der zugehörigen GitHub Seite liest: „Please don’t run this check too often. There is an API limit at the scan.nextcloud.com server at the /api/queue endpoint with arround 250 POST requests a day. I personally run it every 24h“. Eine Update-Prüfung einmal am Tag reicht mir absolut aus, jedoch habe ich wohl zu viele verschiedene Instanzen hier am laufen – die Meldung welche auf die Limitüberschreitung hinwies hat nur wenige Tage auf sich warten lassen. Das ist schade. Weil vom Ansatz her war der Check richtig super.
  3. 3Also musste eine andere Lösung her. Nextcloud selbst weiß doch auch ob es gerade ein Update gibt. Also habe ich mich hier auf die Suche begeben. Unter updater/index.php bin ich fündig geworden.
private function getUpdateServerResponse() {
        $this->silentLog('[info] getUpdateServerResponse()');

        $updaterServer = $this->getConfigOption('updater.server.url');
        if($updaterServer === null) {
                // FIXME: used deployed URL
                $updaterServer = 'https://updates.nextcloud.org/updater_server/';
        }
        $this->silentLog('[info] updaterServer: ' . $updaterServer);

        $releaseChannel = $this->getCurrentReleaseChannel();
        $this->silentLog('[info] releaseChannel: ' . $releaseChannel);
        $this->silentLog('[info] internal version: ' . $this->getConfigOption('version'));

        $updateURL = $updaterServer . '?version='. str_replace('.', 'x', $this->getConfigOption('version')) .'xxx'.$releaseChannel.'xx'.urlencode($this->buildTime).'x'.PHP_MAJOR_VERSION.'x'.PHP_MINOR_VERSION.'x'.PHP_RELEASE_VERSION;
        $this->silentLog('[info] updateURL: ' . $updateURL);

        // Download update response
        $curl = curl_init();
        curl_setopt_array($curl, [
                CURLOPT_RETURNTRANSFER => 1,
                CURLOPT_URL => $updateURL,
                CURLOPT_USERAGENT => 'Nextcloud Updater',
        ]);

 

In Zeile 7 ist der Update-Server angegeben und in Zeile 15 findet sich der Aufbau der URL. Einige dieser Bestandteile finden sich in der bereits angesprochenen version.php, der Rest sind Versionsnummern der lokal verwendeten PHP-Installation. Dies wird mit reichlich „x“ getrennt zu einer langen URL zusammen gesetzt welche z.B. so aussieht:

https://updates.nextcloud.org/updater_server/?version=14x0x4x2xxxstablexx2018-11-22T13%3A16%3A37%2B00%3A00+d25e8a774a30f78017acdc366a79460cebbb552fx7x2x10

Diese Adresse geöffnet ergibt folgende Antwort:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<nextcloud>
 <version>15.0.0.10</version>
 <versionstring>Nextcloud 15.0.0</versionstring>
 <url>https://download.nextcloud.com/server/releases/nextcloud-15.0.0.zip</url>
 <web>https://docs.nextcloud.com/server/15/admin_manual/maintenance/upgrade.html</web>
 <changes>https://updates.nextcloud.com/changelog_server/?version=15.0.0</changes>
 <autoupdater>1</autoupdater>
 <eol>0</eol>
 <signature>c4llfwhYTKaEiTWVivJ1NgTIS5q2mxJVJkyew0nd/setTzpXt2H9zXKGQLmjUcy7
fSeW5+wkUfGD2J3XrcLKifGZMjxrhtAW97L1g/o8gp84ZO1WbrOKfneTLDXWkmwg
nztf/5z0F0nppOyUX6HR84UhwDbhET7U8JV/1Ik7OO6D361U4sxELUhvg6GyQbdS
oJ/t4MvMe1Fs+F5Q7dZzczivxu5oB0n2cVu9WMh8VnV6MiYcKV4/w7poibHMO16k
4IHl6E2hTF3un0obMKy7SRY4xXJ0Ohmj5Ne/8iDRjM7oop5Tzpnf1nPLEJJOZPSN
fq4UospVzAmRe4UGPTUiqQ==</signature>
</nextcloud>

 

In diesem Beispiel ist die Version 15.0.0.10 als aktuellere Version zur angefragten 14.0.4.2 verfügbar. Falls keine xml-Datei ausgeliefert wird ist die Nextcloud Installation auf aktuellem Stand.

Das war es mit dem Verfahren zur Prüfung ob es Updates gibt. Bleibt noch die Umsetzung über. Obwohl dies sehr einfach in PHP selbst zu realisieren wäre ist bei mir die Wahl auf Python3 gefallen. Ich wollte schon längst mal wieder was in Python machen um meine angestaubten Python-Kenntnisse aufzufrischen und vor allem zu vertiefen. Also wurde die Sprache der Wahl die aktuelle Version von Python3. Die versions.php ist eine relativ einfach PHP-Datei welche sich gut auslesen lassen sollte. Fehlen noch die benötigten PHP-Versionsnummern. Ein an dieser Stelle gern genommener Trick ist in der vermeintlichen anderen Sprache die benötigten Daten in ein Array zu packen und dieses per JSON auszugeben. Die so umgewandelten Daten lassen sich dann super weiterverarbeiten:

ncVersion = json.loads(subprocess.check_output([
    args.php, '-r',
    'include \'' + args.file + '\';' + '''
    $g = array();
    foreach($GLOBALS as $key => $val) {
      if(preg_match('/^OC_/', $key)) {
        $g[$key] = $val;
      }
    }
    echo json_encode(
      array(
        'pv'   => PHP_VERSION,
        'pmav' => PHP_MAJOR_VERSION,
        'pmiv' => PHP_MINOR_VERSION,
        'prv'  => PHP_RELEASE_VERSION,
        'g'    => $g
      )
    );
    '''
]))

 

Noch ein kleiner Tipp für alle die PHP an der Stelle nicht so gut kennen: Man könnte einfach das Array $GLOBALS ausgeben, da wären alle Werte drin. Nur gibt es in $GLOABLS eine Referenz auf sich selbst da ja auch $GLOBALS eine globale Variable ist. Und an genau der Stelle steigt json_encode() aus da diese Funktion mit Referenzen nicht umgehen kann. In der versions.php fangen aber alle interessanten Variablen mit „OC_“ an und lassen sich somit super filtern ;-).

Den kompletten Check, eine Makro gestützte Beispiel-Konfig für Icinga2 sowie eine kurze Anleitung findet Ihr in meinem GitLab-Account: https://gitlab.com/Gehirn-Mag.net/icinga-and-nagios-plugins/. Bis jetzt liegt da nur der Nextcloud-Update-Check drin, weitere werden aber folgen.

Und so sieht das dann im icingaweb2 aus:

check_nextcloud.py Ausgabe in icingaweb2

Was jetzt noch fehlt ist die Prüfung der Addons auf Aktualität. Auch hierfür sollte sich der passende Anfragestring irgendwo im Quellcode von Nextcloud finden lassen. Mir reicht jedoch vorerst die Prüfung von Nextcloud selbst. Ich bin also vorerst zufrieden. Wer weiß, ggf. reiche ich in ein paar Wochen die Erweiterung für die Addons nach.

Viel Spaß beim benutzen. Feedback und Anregungen gerne via Mail oder hier in den Kommentaren hinterlassen.